VERARMUNG NACH FORTGANG DER KAUFKRÄFTIGEN RENTNERGENERATION

Gera ist laut dem Gesamtverband der Versicherer die Region Deutschlands mit der höchsten Rentenkaufkraft. Preisbereinigt verfügen Rentner dort monatlich über 1437 Euro. Nach Gera folgen Chemnitz, Cottbus, Görlitz und der Landkreis Spree-Neiße in Brandenburg.

Der Grund für die hohe Rentenkaufkraft in Ostdeutschland ist eine Kombination aus relativ hohen Renten und niedrigen Lebenshaltungskosten, insbesondere was die Wohnkosten anbelangt. Dies führt dazu, dass sich Rentner in diesen Regionen von ihrer gesetzlichen Rente mehr leisten können als in anderen Teilen Deutschlands. Im Gegensatz dazu haben Regionen in Süddeutschland, besonders in Bayern, die niedrigste Rentenkaufkraft. Dort treffen oft überdurchschnittlich hohe Lebenshaltungskosten auf nicht entsprechend höhere Renteneinkünfte.

Bei der allgemeinen einzelhandelsrelevanten Kaufkraft liegt Gera im Bereich zwischen 24’500 Euro bis unter 25’500 Euro, wie eine Karte von Michael Bauer von der Research GmbH aus Nürnberg und der CIMA Beratung + Management GmbH/BBE Handelsberatung GmbH aus München zeigt. Sie wurde erstellt mit Daten des Statistischen Bundesamtes und von der IHK veröffentlicht. Damit gehört Gera zu den Regionen mit einer relativ niedrigen Kaufkraft. In der grafischen Darstellung ist ein. besonders kaufkraftstarker Süden zu sehen. Auch im Westen und Norden gibt es karfkraftstarke Regionen. Allgemein ist auf dem Gebiet der alten Bundesrepublik eine deutlich höhere Konzentration als im Osten zu sehen, der vergleichweise schwach erscheint.

https://www.ihk.de/blueprint/servlet/resource/blob/333916/e11ad71433b2b5fd961a13f8f5aaf55c/deutschlandkarte-kaufkraft-einwohner-19527-data.pdf

Laut dem Statistischen Bundesamt hat die Kaufkraft der Beschäftigten in Deutschland im Jahr 2024 zwar deutlich zugenommen, bezogen auf das Vorjahr, doch Experten rechnen langfristig mit einem Rückgang. Das könnte enorme Folgen für Regionen haben, in denen derzeit noch viele kaufkraftstarke Rentner leben, und gleichzeitig vergleichsweise wenig junge Menschen, die hinzukommend überwiegend Geringverdiener sind und im Dienstleistungsbereich arbeiten. Von der kaufkräftigen Generation profitierte ab Anfang der 1990er Jahren im Osten die Baubranche, danach der Einzelhandel. Es entstanden große Kaufhäuser in den Städten. Durch die zunehmende Pflegebedürftigkeit dieser wirtschaftsrelevanten Bevölkerungsgruppe stieg anschließend die Zahl der Altenheime und ambulanten Versorgungsdienste. Mit ihrem Fortgang könnte es vor allem in dünnbesiedelten Regionen sowie kleineren und mittleren Städten im Osten zu einer Verödung mit zunehmender Verarmung kommen.

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