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Von den 59 Millionen Stimmberechtigten haben sich 84 % an der Wahl beteiligt. Das sind 7,6 % mehr als bei der vorangegangenen Wahl. Der Anteil der Briefwähler liegt bei 36,6 %.
Die ARD zeigte gegen 22 Uhr eine Hochrechnung, in der die Union aus CDU und CSU 28,5 % der Zweitstimmen erhält. Damit wird sie stärkste Kraft im neuen Parlament. Ihr Ziel waren allerdings mehr als 30 %. Friedrich Merz will bis Ostern eine neue Regierung bilden. Es wird mit einer Koalition aus Union und SPD gerechnet. Dies wünschen auch 49 % der befragten Bürger. Für die AFD wurden 20,5 % angegeben, für die SPD 16,4 %, für die Grünen 12 %, und für die Linkspartei 8,6 %.
Die AFD hat mit Blick auf die letzten Umfragen mehr Stimmen erwartet, ist mit dem Ergebnis dennoch sehr zufrieden. Sie konnte ihr Ergebnis nahezu verdoppeln, vor allem weitere Nichtwähler für sich gewinnen, aber auch frühere CDU-Wähler. Nach wie vor ist sie bei jungen Menschen beliebt. Ihre besten Werte erreicht sie in den östlichen Bundesländern. Die SPD hat die schlechtesten Werte seit einhundert Jahren erreicht. Auch die Grünen müssen deutliche Verluste hinnehmen. Beide Parteien haben viele Wähler an die Linkspartei verloren. Auch rund 60’000 frühere CDU-Wähler, vor allem jüngere, haben sich für die Linkspartei entschieden. Diese wiederum hat ihr Ergebnis Dank einer neuen Strategie deutlich verbessern können. Im Vordergrund standen Heidi Reichinnek und Jan van Aken mit den Altpolitikern Gysi, Ramelow und Bartsch im Hintergrund. Das sprach viele junge Menschen an. Besonders effektiv waren der Wahlkampf von Heidi Reichinnek über Tiktok und die Wahlwerbung auf Youtube.
Das Ergebnis der FDP hat sich im Vergleich zur vorangegangenen Wahl halbiert. Sie wird mit zunehmender Wahrscheinlichkeit unterhalb von 5 % liegen. Für diesen Fall hat der Parteivorsitzende Christian Lindner angekündigt, seine politische Karriere zu beenden. Der Einzug des BSW ins Parlament ist ebenfalls unwahrscheinlich.
In der Gesamtbetrachtung geben die Wähler mit ihrer Entscheidung einen Rechtsschwenk in der Politik vor. Damit fügt sich Deutschland in die Entwicklung anderer Länder ein. Rund 50 % der Wähler wollen keine linke Politik, während sich andere explizit dafür aussprechen. Diese Spaltung dürfte sich weiter vertiefen und zu einer Belastungsprobe für die mögliche Koalition aus Union und SPD werden, wodurch ihr keine lange Lebensdauer vorausgesagt wird. Entweder fällt danach die sogenannte Brandmauer, oder es wird Ausgrenzungen und Verbote geben, um den bisherigen Kurs trotz der stärker werdenden Gegenbewegungen weiter halten zu können.
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