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Aktionsbündnisse hatten heute in mehreren Städten zu Kundgebungen eingeladen und die Menschen zur Wahl aufgerufen, um ein Erstarken der AFD zu verhindern. Auf dem Geraer Marktplatz versammelten sich am Nachmittag einige hundert Menschen. SPD, Linke, Grüne, Organisationen und Verbände waren vor Ort. Im Zeitraum von 14 Uhr bis 15.30 Uhr traten mehrere Redner ans Pult. Menschen, die für eine freie, offene Gesellschaft stünden, müssten diese selbst vorleben. Es sei falsch, Mauern zu errichten und mit dem Finger auf Nazis zu zeigen, war dort unter anderem zu hören. Ein weitere Redner sprach sich gegen eine strengere Migrationspolitik und für die Möglichkeit eines menschenwürdigen Dasein aller aus. Mann müsse auch die Traumatisierungen berücksichtigen. Die nachfolgende Rednerin wandte sich gegen die CDU und meinte, sie sei nie ein Bollwerk gegen den Faschismus gewesen, sondern ein Einfallstor für diesen.
Getragen war die Veranstaltung von der Angst, mit der AFD könne ein ausgrenzender Nationalismus nach Deutschland zurückkehren. Man verwies auf viele gut integrierte, arbeitende Menschen aus fremden Ländern, ohne die kaum noch ein Unternehmen handlungsfähig wäre. Taten wie die in Aschaffenburg und München dürften nicht instrumentalisiert werden. Die typischen Feindbildbezeichnungen aus dem politisch linken Spektrum wie „Nazis” oder „Faschisten” waren ebenfalls zu hören, wobei diese Begriffe recht weit gefasst wurden. Der Organisator der Montagsdemonstrationen auf dem Hofwiesenparkplatz wurde als Rattenfänger bezeichnet.
Zuvor, um 13.30 Uhr hatte sich in der Industriestraße ein Autokorso in Bewegung gesetzt. Die Fahrzeuge bewegten sich über die Theaterstraße in Richtung Stadtmitte. Veranstalter war der AFD-Stadtverband Gera. Diese Demonstration richtete sich gegen die Fortsetzung der bisherigen Politik.
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